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Kind und Sprache

Sprache ist die wichtigste Grundlage der Kommunikation mit anderen Menschen und zugleich zwingende Voraussetzung für eine gesellschaftliche Teilhabe. Durch Sprache werden Gefühle und Gedanken zum Ausdruck gebracht, Erlebnisse verarbeitet, Wünsche ausgesprochen, Zusammenhänge verstanden und Handlungen geplant. Folglich gilt es, Sprachauffälligkeiten und Sprachstörungen früh zu erkennen und durch gezielte Interventionen zu behandeln. Sprachentwicklung und Sprachför-derung sind deshalb Themen, die uns sehr am Herzen liegen.

Sprachentwicklung bei Kindern
Die normale Sprachentwicklung eines Kindes setzt die Intaktheit sehr vieler Funktions- und Regelsysteme des menschlichen Organismus voraus. Die Sprachentwicklung ist aber auch von vielen Faktoren aus der Umwelt des Kindes abhängig. Störungen der Sprachentwicklung haben deshalb, auch wenn es sich um relativ isolierte Verzögerungen handelt, nahezu immer komplexe Ursachen.

Im Wesentlichen können folgende Ursachen für eine Sprachstörung vorliegen:

Die Vorsorge und Früherkennung sind Grundlage zur Vermeidung, Milderung oder Behebung von Sprachstörungen. Bei Kindern bis zu einem Alter von 3 Jahren sollte man eigentlich nicht von einer Sprachbehinderung sprechen, sondern von Entwicklungsauffälligkeiten. Gerade bei jüngeren Kindern ist deshalb immer eine unfassende individuelle Diagnostik erforderlich. Sichere Testergebnisse kann man bei Kindern ab einem Lebensalter von ca. 3 Jahren und 6 Monaten erheben. Sprachentwicklungsauffälligkeiten müssen bei Kindern frühzeitig erkannt werden, um Gegenmaßnahmen rechtzeitig einleiten zu können, so dass sich die Kommunikationsfähigkeit eines Kindes und damit auch seine geistige und soziale Entwicklung und auch der Regelschulbesuch nicht gefährdet werden.

Mehrsprachigkeit bei Kindern
Immer mehr Kinder wachsen in Familien auf, in denen zwei oder mehr Sprachen gesprochen werden. Spätestens mit dem Besuch des Kindergartens werden die Kinder intensiv mit Deutsch als Zweitsprache konfrontiert und sind existentiell auf diese angewiesen. Sie nehmen weitere von ihrer Erstsprache und von der Zweitsprache verschiedene Sprachvarianten wahr und verwenden sie auch. Die Kenntnis der Muttersprache ist Grundvoraussetzung für das Erlernen der deutschen Sprache, deren Beherrschung die Integration wesentlich erleichtert. Ein gutes Beherrschen der Muttersprache wichtig ist, jedoch müssen die Kinder auch frühzeitig die deutsche Sprache erlernen.

Im Grundschulbereich werden die Kinder in Deutsch alphabetisiert und unterrichtet. Die Verwendung ihrer nichtdeutschen Erstsprache nimmt vor allem im Schulalltag, aber auch in der Familie meistens ab. Die Alphabetisierung in der Erstsprache erfolgt meist nur sporadisch oder später auch gar nicht. In den Kindertagesstätten und Schulen spiegelt sich unsere Gesellschaft mit Menschen unterschiedlicher Herkunft wider; hier spielen und leben Kinder aus zahlreichen Nationen zusammen. Die Fachkräfte in den Einrichtungen greifen die Unterschiedlichkeit der Kulturen auf und nutzen sie im Sinne einer wechselseitigen kulturellen Bereicherung. Sie achten darauf, dass die Kinder ihre muttersprachlichen Kontakte weiter pflegen können und dass kulturelle Besonderheiten im Alltag berücksichtigt werden.

Als Ursache für die Sprachprobleme bei Kindern mit Migrationshintergrund können mehrere Faktoren genannt werden. Prof. Otto Filtzinger spricht unter anderem von einer Sprachverwirrung bzw. von einer besonderen sprachlichen Situation von Migrantenkindern bzw. in Migrantenfamilien: Es ist nicht immer einfach bei Migrantenkindern eine Sprachentwicklungsverzögerung zu diagnostizieren, da der Sprachentwicklungsstand in der nichtdeutschen Erstsprache, also der Muttersprache, oftmals schwer überprüfbar ist. Eltern sollten sich einem Beratungsgespräch unterziehen, wenn sie sich nicht sicher sind, ob eine Sprachstörung bei ihrem Kind vorhanden sein könnte.

Weitere Informationen finden Sie im Downloadbereich und auf in der Rubrik Experten.

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